Thriller

Beim Thriller geht es um die Spannung!

Wie schon im Beitrag „Die Welt der Literatur“ angekündigt, macht jetzt der Thriller den Auftakt in meiner Wissensdatenbank über die Literatur. Dazu aber eines vorneweg: Wir gehen hier auch auf verschiedene Subgenres beim Thriller ein und picken uns mit dem Psychothriller ein konkretes Beispiel aus den Subgenres zur Veranschaulichung heraus.

Ganz trocken: Wie ist die Definition zum Thriller?

Um gleich zu Beginn ein gleiches Wording zu haben, klären wir erst, was ein Thriller genau ist: Wie der Name schon sagt, geht es im Thriller um den Thrill. Also um die Spannung. Nervenkitzel und Anspannung sollen sich abwechseln – und beim Leser im Verlauf der Story durch ein Gefühl der Erleichterung wieder abklingen. Ein guter Thriller hat von diesen Spannungsbögen durchweg etwas zu bieten.

Thriller ist nicht gleich Thriller: Die Subgenres im Überblick

Natürlich steht auch bei jedem Subgenre der Thrill an erster Stelle. Aber je nach Subgenre können sich die Handlungen ganz drastisch voneinander unterscheiden. Für eine bessere Vorstellungskraft dafür, habe ich sieben (beispielhafte) Subgenres vom Thriller kurz zusammengefasst:

  1. Beim Psychothriller geht es um die Psyche und den emotionalen oder geistigen inneren Konflikt. Den kann entweder der Protagonist mit sich selbst ausmachen. Oder aber der innere Konflikt spielt sich zwischen mehreren Personen ab. Dieser innere Konflikt kann übrigens auf ein bestimmtes psychisch belastendes Erlebnis zurückzuführen sein. (Sub-) Ziel hier ist übrigens, dass Der Protagonist versucht, diesen Konflikt zu lösen.
  2. Der Politthriller hingegen befasst sich mit politischen Themen. Kern der Story können hier zum Beispiel Ereignisse wie Spionage, terroristische Anschläge oder krimineller Machenschaften in einer Institutionen sein. Allerdings geht es beim Politthriller um fiktive Sachverhalte! Diese stützen sich zwar oft auf reale politische Ereignisse aus der Vergangenheit. Trotzdem ist die Story um die realen Ereignisse frei erfunden.
  3. Beim Katastrophenthriller geht es um Katastrophen, die entweder als Naturkatastrophe auftritt oder durch Menschen verursacht wurde.
  4. Beim Verschwörungsthriller sieht sich die Hauptperson mit den Plänen von geheimen Bündnissen konfrontiert.
  5. Im Agenten- und Spionagethriller dreht es sich um das Milieu der Spionage. Die Begriffe „Spionage“ und „Agent“ gehen hier oft Hand in Hand.
  6. Der romantische Thriller setzt zusätzlich noch eine Liebesgeschichte mit in die (spannende) Story.
  7. Der Erotikthriller ist vor allem in der Filmindustrie verbreitet. Man findet ihn aber auch in der Literatur. Kernthema hier ist (in der Regel) die sexuelle Emanzipation der Protagonistin.

Ein Subgenre zum Thriller hätte ich da noch …

Und zwar den Jugendthriller. Der ist von Inhalt und Stil an seine Zielgruppe, also Leser ab 13 oder 14 Jahre, angepasst. Obwohl es hier natürlich auch um Spannung geht, geht es aber im Vergleich zu den anderen Subgenres doch deutlich gediegener zu. Wer ein Praxisbeispiel für einen Jugendthriller sucht, kann sich mal die „Black Out Trilogie“ von Andreas Eschbach anschauen.

Ein Beispiel aus der Praxis für den Psychothriller

Ein anschauliches Beispiel für den Psychothriller liefert Sebastian Fitzek. Er gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller im Bereich der Psychothriller. Mit seinem „Passagier 23“ nehmen wir den Psychothriller jetzt mal etwas genauer unter die Lupe. Dafür zunächst eine kurze Inhaltsangabe zum Buch:

Der Polizeipsychologe Martin Schwartz ist seit dem Tod seiner Frau und seines Sohnes seelisch am Ende. Mit Einsätzen die an Selbstzerstörung erinnern bringt er sich bei verdeckten Ermittlungen ständig aufs Neue in Gefahr. Dass niemand weiß was seiner Frau und seinem Sohn vor fünf Jahren auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ geschah, belastet ihn schwer. Der Anruf einer Passagierin der „Sultan of the Seas“ konfrontiert Schwartz erneut mit der Vergangenheit. Der hatte sich zwar geschworen nie wieder ein Kreuzfahrtschiff zu betreten. Doch die Dame berichtet ihm von einem Mädchen, das spurlos von der „Sultan of the Seas“ verschwand – und dort vor wenigen Tagen plötzlich wieder auftauchte. Das alleine hätte Schwartz nicht überzeugt, doch dass das Mädchen den Teddy seines vermissten Sohnes im Arm hielt weckt sein Interesse. Schwartz nimmt die Ermittlungen auf und versucht das Geheimnis der „Sultan of the Seas“ zu lösen – und das Verschwinden seiner Familie aufzuklären.

Der Protagonist Martin Schwartz hat von Fitzek den inneren Konflikt verpasst bekommen. Zurückzuführen auf den Tod von Schwartz‘ Familie. Dieser innere (psychische) Konflikt schafft zum einen interessante Figur. Zum anderen ist er auch der Auslöser, weshalb Schwartz den „Fall“ annimmt. Durch Schwartz‘ Konflikt ist der Bezug zum Psychothriller klar da.

 

Wie sich der Thriller vom Krimi abgrenzt …

Beim Thriller geht es um die Spannung, die den Leser in die Story hineinzieht und mitreißt. Beim Krimi hingegen wird der Leser selbst zum Ermittler. Gemeinsam mit dem Protagonisten versucht er im Lauf der Geschichte (durch „Hinweise vom Autor), den Fall zu lösen. Eine genaue Erklärung zum Krimi gibt es ⇒ über diesen Link.

 

Foto: pixabay.com © Pexels (CC0 Creative Commons)

 

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