Der Autor und das Schreibprogramm

Ich treibe mich gerne in der Social Media Welt herum. Vor allem in Facebook-Gruppen stoße ich immer wieder auf interessante und unterhaltsame Diskussionen von Autoren und Bloggern. Aus einer Laune heraus habe ich das als Aufhänger für eine neue Kategorie auf meinem Blog genutzt: Der „Diskussionsstoff“ von Autoren und Bloggern. Heute mache ich mit einer herrlichen Diskussion von Autoren den Anfang, die sich über ein gern genutztes Schreibprogramm dreht. Allerdings nebensächlich, denn ursprünglich ging es um Feedback zu einem Text.

Hintergrund zur Diskussion

In einer der Autorengruppen holen sich die Schreiberlinge ganz gerne mal Feedback von ihren „Kollegen“. Das war auch der Ausgangspunkt für die folgende Diskussion.

Ein Autor, von dem ich nicht weiß, wie erfahren er ist und / oder ob er bereits Veröffentlichungen unter seinem Namen verbuchen kann, stellte ein Kapitel seines aktuellen Romans innerhalb der Gruppe online. Die Bitte: Lesen und Feedback geben. Ich hatte gerade etwas Zeit und fing an, den Text zu lesen. Inhaltlich konnte ich nichts Konstruktives dazu sagen. Liebesroman. Das ist einfach nicht mein Genre!

Zu Rechtschreibung und Grammatik hingegen konnte ich etwas sagen. Ich gab ihm den Tipp, noch mal drüber zu lesen, da bereits die ersten drei Seiten vor Fehlern nur so strotzten. Also keine Vereinzelten. Sondern mehrere Fehler in fast jedem Satz.

Wie das Schreibprogramm ins Spiel kam

„Ich kann Kritik annehmen“, war seine Antwort. Schön! Doch der Autor setzte einen drauf: „Ich weiß nicht, welche Fehler du meinst! Außerdem hat Papyrus hat auch nichts mehr gefunden!“

Jetzt ist der Punkt erreicht, bei dem das Schreibprogramm ins Spiel kam. Papyrus ist ein Schreibprogramm, das offensichtlich ganz gerne von verschiedenen Autoren genutzt wird. Die Software ist vergleichbar mit Word, bietet allerdings ein paar Funktionen wie zum Beispiel

  • Verknüpfung mit der Duden-Korrektur (Rechtschreibung und Grammatik),
  • Stilanalyse,
  • Denkbrett (für den Plot),
  • Figuren-Datenbank,
  • eBook-Exportfunktion mit Vorschau, uvm.

Die Antwort des Autors bezog sich vermutlich auf Duden-Korrektur. Ich machte mir also den Spaß, die ersten drei Seiten grob zu korrigieren und schickte ihm meine Anmerkungen als Word-Datei zu.

Zum Glück leben wir nicht in einer Sci-Fi Welt!

Weshalb das Schreibprogramm die Fehler nicht finden konnte, kann ich mir nur teilweise erklären. Teils waren die (Leichtsinns-) Fehler so offensichtlich, dass auch ein Duden sie im automatischen Durchlauf hätte finden müssen.

Ein anderer Aspekt war aber deutlicher. Die Worte und Satzstellungen waren richtig. Sie ergaben aber schlichtweg keinen Sinn. Damit ihr euch besser vorstellen könnt, was ich damit meine hier ein beispielhafter Satz aus der Korrekturschleife:

„Sie Brezeln in der Sonne.“

Ja – Brezeln gibt es. Das sind diese leckeren Laugendinger beim Bäcker. Auch denen dürfte im Ofen ordentlich heiß sein. Aber zwei Menschen Brezeln nicht in der Sonne. Sie brutzeln.

Das Schreibprogramm hat also nichts falsch gemacht. Satzstellung war korrekt – und alle im Satz enthaltenen Wörter gibt es. Hätte Papyrus diesen Fehler gefunden, wäre es ein unverschämt intelligentes Programm. Der Beruf des Lektors wäre überflüssig. Maschinen könnten die Arbeit logisch denkender Menschen 1:1 ersetzen. Zwar helfen uns Maschinen längst im Alltag – doch dass sie auch Denkarbeit abnehmen, ist zum Glück (noch) reine Science-Fiction. Wäre ja auch noch schöner!

Mein Fazit zur Schreibprogramm-Diskussion

Schreibprogramm

pixabay.com © CC0 Creative Commons (CC0 Public Domain)

Immer wieder taucht in der Social Media Landschaft die Frage auf, ob sich so ein Schreibprogramm für Autoren lohnt. Ich hatte mir selbst die Demoversion runtergeladen, um es mir mal anzuschauen. Ich wollte auch endlich mitreden können 😉 Gerade die Rechtschreibprüfung und die Stilanalyse sind zwei Bereiche des Programms, die recht interessant sind. Allerdings – jetzt kommt das große ABER – eine Software ist so gut wie man sie füttert! Ich müsste mich intensiv mit dem Programm befassen, um alle Einstellungen vorzunehmen, die für mich wichtig sind. Zum Testen hatte ich eine Seite prüfen lassen. Ich war ewig damit beschäftigt, alle „Anmerkungen“ des Programms auf seine Sinnhaftigkeit zu prüfen. Teils war es gerechtfertigt – teils sinnlos.

Ich selbst habe mich für ein simples Schreibprogramm entschieden: Meine Notizen mache ich mit Bleistift auf Papier. Figurenentwicklung und Plot sichere ich mir anhand der Notizen als Datei auf meinem PC. Und dann wird geschrieben. Ganz simpel. In einer Word-Datei.

Da ich nicht vollständig beratungsresistent bin, lasse ich mich auch gerne eines Besseren belehren. Wer gute Erfahrungen mit Schreibprogrammen gemacht hat, kann mir gerne eine Nachricht schicken. Gerne als Kommentar hier unter dem Blogbeitrag oder auf meinen Social Media Kanälen (Facebook | Twitter | Instagram), wo ich einen entsprechenden Post absetze 😉

Übrigens: Demnächst folgen noch weitere Diskussionsbeiträge. Unter anderem inklusive Interviews mit Bloggern und Autoren zu verschiedenen Themen … Wer nichts verpassen möchte, kann auch meinen RSS Feed abonnieren, der über aktuelle Beiträge auf meinem Blog informiert.

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