Literaturwettbewerbe

Literaturwettbewerbe als Einstieg für Autoren?

Meine erste Veröffentlichung als Autorin kann ich durch die Teilnahme an einem Literaturwettbewerb verbuchen. Im Jahr 2016 suchte ich das Internet ab. Thematisch ansprechende Literaturwettbewerbe waren schnell gefunden. Bei einem dieser Literaturwettbewerbe machte ich spontan mit. Und siehe da …

Was es grundsätzlich mit den Literaturwettbewerben auf sich hat

Ganz frei ist man als Autor bei den Literaturwettbewerben meist nicht.

  • Sie werden zum Beispiel von Verlagen, Städten oder Organisationen ausgeschrieben,
  • geben in der Regel ein konkretes Genre vor und
  • tragen oft bereits einen bestimmten Arbeitstitel, den die Autoren umsetzen sollen.

Wer sich an den Deutschunterricht erinnert, hat damit einen ganz guten Vergleich für Literaturwettbewerbe. Bei Aufsätzen gab es von den Lehrern ein bestimmtes Thema beziehungsweise eine konkrete Aufgabenstellung. Dazu sollten die Schüler einen Text schreiben. Im Gegensatz zum Schulunterricht bekommen Autoren allerdings keine Noten, sondern werden mit unterschiedlichen Preisen belohnt. Welche Preise es zu gewinnen gibt, hängt vom Veranstalter und der Ausschreibung selbst ab. Konkrete Angaben zu den Gewinnen, aber auch zu den Regeln vom Wettbewerb, veröffentlichen die Veranstalter fristgerecht. Oft bereits Monate im Voraus. Wer Literaturwettbewerbe sucht, kann entweder direkt auf den Webseiten von Verlagen vorbeischauen oder hilfreiche Seiten zu Rate ziehen. Zwei dieser Seiten sind zum Beispiel die Autorenwelt oder die Wortmagier. Mit aktuellen Ausschreibungen bestückt, lassen sich hier laufend neue Literaturwettbewerbe mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Anforderungen finden.

Warum Literaturwettbewerbe für (angehende) Autoren hilfreich sein können

Literaturwettbewerbe bieten (angehenden) Autoren verschiedene Vorteile und Chancen. Neben dem Thema „Übung macht den Meister“, können Autoren durch die Teilnahme an Wettbewerben ganz unterschiedlich profitieren. Zum Beispiel in Hinblick auf

  1. Erfahrung: Schreiben ist ein Handwerk, das es zu beherrschen gilt. Vermutlich stimmt mir (fast) jeder Autor zu wenn ich behaupte: „Autoren entwickeln sich mit jedem verfassten Text weiter“. Egal ob Kurzgeschichte, Blogbeitrag – oder ein ganzer Roman. An jedem Text wird gefeilt und geschliffen. Wer den Feinschliff aufmerksam vornimmt, lernt in der Textbearbeitung bereits vieles über sich und sein Schreiben. „Fehler“ fallen auf und lassen sich künftig (besser) vermeiden. Beim Schreiben ist es übrigens wie bei den meisten anderen Dingen im Leben auch. Wer kontinuierlich „übt“, sich weiterentwickelt, beherrscht sein Handwerk immer besser.
  2. Feedback: Literaturwettbewerbe haben den Charme, dass sie ein direktes Feedback mit sich bringen. Gerade für die Gewinner heißt das ganz klar, dass Idee und Umsetzung überzeugen konnten. Dass man sein Handwerk so weit beherrscht, um sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt zu haben. Doch auch, wenn man nicht zu den Wettbewerbsgewinnern zählt, erhält man möglicherweise einen konkreten Hinweis. War man gut – die anderen aber einfach besser? Ist das Handwerk nicht so gut beherrscht wie gedacht? Möglicherweise gibt es darauf Antworten, mit denen die Autoren weiter an sich arbeiten können.
  3. Veröffentlichungen für die Vita: Wer sein fertiges Manuskript Verlagen vorstellt, liefert auch die Autoren-Vita. Ein Teil davon ist eine Übersicht der bisherigen Veröffentlichungen. Auch Texte, die im Rahmen von Literaturwettbewerben veröffentlicht sind, gelten als solche! Nehmen wir als Beispiel eine veröffentlichte Kurzgeschichte in einer Anthologie. Für „den Gewinner“ heißt das, dass die Geschichte so gut war, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Für den Veranstalter war die Geschichte gut genug, um sie für ein (breites) Publikum zu „produzieren“. Damit hat der Autor eine Referenz, die von Qualität zeugt.

Bei welchen Wettbewerben lohnt sich die Teilnahme?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Autoren verfolgen mit der Teilnahme an Literaturwettbewerben unterschiedliche Ziele. Abhängig vom Ziel gibt es Wettbewerbe, die sich mal mehr, mal weniger lohnen. Allerdings gibt es ein paar Merkmale, auf die man bei der Suche nach geeigneten, „lohnenswerten“ Wettbewerben achten kann:

  • Art des Wettbewerbs: Die Gewinner von einem Literaturwettbewerb können zum Beispiel mit (Sach- oder Geld-) Preisen, Stipendien oder der Veröffentlichung in einer Anthologie honoriert werden. Möglicherweise ist ein Autor aktuell auf finanzielle Unterstützung für eine Recherchereise aus. In dem Fall könnte es Sinn machen, nach Literaturwettbewerben zu suchen, bei denen man ein Stipendium für eine Recherchereise oder Geldpreise gewinnen kann.
  • Genre: Fantasy, Krimi, Thriller, Kurzgeschichte, … Die Liste an Genres in Wettbewerben ist lang und vielfältig. Möchte man etwas Neues ausprobieren? Oder doch lieber in heimischen Gefilden bewegen?  Eine Eingrenzung der Suche nach Genre macht beides schneller und übersichtlicher möglich.
  • Veranstalter: Städte, Gemeinden, Organisation, Verlage. Möglicherweise hat man bereits Wünsche, bei welchem Veranstalter sein Können unter Beweis stellen möchte. Zum einen lassen sich dabei zum Beispiel Kontakte zur Branche (Verlage) knüpfen. Zum anderen kann man sich beispielsweise regional (bei durch Städte organisierte Literaturwettbewerbe) als Autor präsentieren und Aufmerksamkeit erzeugen.
  • Anforderungen: Textlänge, Teilnahmebedingungen, Fristen. Das alles können mögliche Anforderungen sein, die bei der Suche nach passenden Literaturwettbewerben eine Rolle spielen können. Wird zum Beispiel ein 10.000 Wörter Text in „einer Woche“ benötigt bin ich mir unsicher, ob das mit entsprechend hoher Qualität umsetzbar ist.

Bei allen möglichen Suchkriterien gilt: Wichtig ist, dass einem das Thema liegt und man Spaß am Schreiben hat! Nur so lassen sich wirklich gute Texte schreiben.

Literaturwettbewerbe und die Sache mit der Teilnahmegebühr

Vorsicht geboten ist übrigens bei Literaturwettbewerben, die eine Teilnahmegebühr voraussetzen. Hier sollte man sich genau über den Veranstalter und den Wettbewerb informieren. Seriöse Literaturwettbewerbe sehen in der Regel keine Teilnahmegebühr vor. Und unter uns: Warum auch? Angenommen der Preis ist eine Veröffentlichung in einer Anthologie. Diese Anthologie verkauft der Veranstalter später in der Regel auch. Ohne, dass die Teilnehmer am Umsatz beteiligt sind. Heißt: Daran kann der Veranstalter bereits Geld verdienen. Weshalb also noch zusätzlich Einnahmen durch die Teilnehmer generieren?

Mein erster Literaturwettbewerb war ein persönlicher Erfolg

Ich selbst habe in 2016 an einem Literaturwettbewerb vom Sperling Verlag teilgenommen. Mit meiner Fantasy-Kurzgeschichte zum Thema „Feen und Elfen“ habe ich es tatsächlich unter die Gewinner geschafft. In der im September 2016 erschienenen Anthologie „Elfentanz und Feenstaub“ strahlt also meine erste veröffentlichte Kurzgeschichte „Die Legende des Nehamas“. Für mich persönlich ein voller Erfolg. Ich konnte alle drei oben beschriebenen Vorteile und Chancen für mich nutzen:

  1. Erfahrungen sammeln
  2. Feedback erhalten
  3. Referenz für die Autoren-Vita erhalten

Die Teilnahme an meinem ersten Literaturwettbewerb war übrigens bisher auch meine letzte Teilnahme. Ursprünglich wollte ich zwar an weiteren Wettbewerben teilnehmen. Doch es kam alles anders … Nachdem ich mit dem mainbook Verlag zusammenkam, war ich mit meinem Romanprojekt beschäftigt. Meine zweite Veröffentlichung ist also ein eBook. Anessaiy Dunkle Zeiten (Band 1) ist der Auftakt meiner eBook Serie. Am zweiten Teil schreibe ich aktuell. Daher kann ich mir im Moment wieder keine Zeit für Wettbewerbe freischaufeln. Aber wer weiß … Womöglich klappt es in ein paar Monaten wieder.

Foto © Martina Brunow Fotografie

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