Manuskript einreichen

Good to know … Wenn es darum geht, das Manuskript einzureichen

Das Manuskript einreichen ist der letzte Schritt, wenn man sein Buch nicht gerade über Selfpublishing veröffentlichen möchte. Egal ob bei einem Verlag oder einer Literaturagentur, gehören – ähnlich wie bei einer Bewerbung – verschiedene Anlagen dazu. Weshalb ich einen Beitrag zum Thema „Manuskript einreichen“ schreibe liegt daran, dass die Frage doch immer wieder in den verschiedenen (Schreib-) Foren, in denen ich mich herumtreibe, auftaucht. Daher dachte ich mir, ich fasse mein eigenes Wissen und die Ratschläge der Autoren hier so kompakt wie möglich zusammen.

Weitere Beiträge zum Manuskript einreichen folgen übrigens noch. Da gehe ich dann genauer auf die einzelnen „Teile“ beim Manuskript einreichen ein. Also auf das Anschreiben, das Exposé und die Autorenvita. In diesem Beitrag gibt es zunächst „nur“ einen Überblick, worauf man beim Manuskript einreichen grundsätzlich achten kann.

Grundsätzliches zum Thema Manuskript einreichen

Wer sein Manuskript einreichen möchte, der wendet sich an Verlage oder (Literatur-) Agenturen. Dazu sollte das Manuskript aber vorzeigbar sein. Nur: Was genau ist damit gemeint? Konkret möchte ich hier auf fünf Punkte eingehen. Auf die (inhaltliche) Überarbeitung, den vollständigen Inhalt, den fehlerfreien Text, die Formatierung und auf die Berücksichtigung der Anforderungen von Verlag oder Agentur.

Die Sache mit der Überarbeitung vor der Einreichung vom Manuskript

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es gibt mehrere Schleifen in der Überarbeitung, bevor es überhaupt an das Manuskript einreichen geht. Und selbst danach geht es übrigens meist weiter. Kommt es zum Vertrag zwischen Autor und Agentur (oder Verlag) folgen nämlich ein Korrektorat und ein Lektorat. Danach geht es dann oft zum wiederholten Mal an die Überarbeitung durch den Autor. Bis das Werk also tatsächlich fertig ist, kann der Weg lang sein. Aber wie läuft die Sache mit der Überarbeitung, bevor man sein Manuskript einreichen kann und sollte?

Bei mir waren es sieben Überarbeitungsrunden, die Anessaiy (Band 1) durchlaufen hat, bevor es der mainbook Verlag überhaupt zu Gesicht bekommen hat. Die ersten vier Korrekturschleifen drehte ich im stillen Kämmerchen. Ganz allein und für mich. Danach ging mein Manuskript an ein paar Testleser. Mit deren Rückmeldungen zu Rechtschreibung, Grammatik und Inhalt setzte ich mich wieder an die Überarbeitung. Jetzt allerdings in drei Runden. Erst besserte ich die markierten Rechtschreib- und Grammatikfehler aus. Danach setzte ich mich an den Inhalt. Und dann ein letztes Mal an die Rechtschreibung und Grammatik (wegen möglicher Fehler durch die inhaltliche Überarbeitung).

Andreas Eschbach hat auf seiner Autorenseite übrigens ein paar FAQs zusammengestellt. Zum Thema „Überarbeiten“ vom Manuskript liefert er hier ganz tolle Antworten und Tipps. Aber auch in seinen anderen Rubriken kann man gut und gerne nach Infos und Tipps rund ums Schreiben stöbern.

Warum sollte der Inhalt vom Manuskript vollständig sein?

Um das zu erklären möchte ich gerne auf ein Beispiel aus dem echten Leben eingehen. Um genau zu sein auf eine Frage, die mir in der virtuellen Welt (in verschiedenen Foren) immer wieder über den Weg läuft:

„Ich habe schon X Seiten (für „X“ hier bitte gedanklich 20, 50, 100 oder 150 einsetzen) geschrieben. Kann ich schon jetzt bei Verlagen und Agenturen mein Manuskript einreichen?“

Die Meinung der Forenmitglieder zu dieser Frage ist (bis auf wenige Ausnahmen) die gleiche: „Nein!“ Aber warum ist das so? Auch die Erklärungen zur Meinung sind ähnlich. Und wenn man ehrlich zu sich selbst ist auch verständlich und logisch …

  • Zeige erst, dass du ein ganzes Buch zu Ende schreiben kannst, bevor du dich auf den Weg zum Manuskript einreichen machst.
  • Du kannst womöglich keine verbindliche Aussage zum Fertigstellungstermin treffen.
  • Dein Plot kann sich während dem Schreibprozess ändern. Diesen könntest du also auch nicht final vorstellen.
  • Geforderte Eckdaten wie Seiten- und Zeichenzahl könntest du nur schätzen.

Natürlich gibt es Ausnahmen was die Vollständigkeit zum Manuskript einreichen betrifft. Ein Sebastian Fitzek zum Beispiel kann vermutlich schon seine bloße Idee „verkaufen“, bevor er überhaupt mit dem Schreiben beginnt. Der (Bestseller-) Autor hat aber auch schon mehrfach bewiesen, dass er nicht nur schreiben kann, sondern dass er seine Bücher auch beendet – und die lassen sich am Ende auch noch gut verkaufen. Wer also nicht gerade zum Beispiel Follet, Grisham, Rowling oder Brown heißt (beziehungsweise ist), sollte sein Buch erst zu Ende schreiben, bevor er sich ans Manuskript einreichen wagt.

Fehler können doch jedem mal passieren. Oder nicht?

Klar können Fehler passieren. Die sind menschlich! Und wir sind ja keine Maschinen. Beim Manuskript einreichen gilt allerdings, dass der erste Eindruck zählt. Eine zweite Chance beim gleichen Verlag (oder der gleichen Agentur) für sein bereits vorgestelltes Manuskript gibt es nicht oft.

Wenn jetzt der Aufschrei kommt „Aber Verlag und Agentur machen doch noch ein Korrektorat und Lektorat“, muss ich mich vorsichtig äußern. Denn ich selbst komme nicht aus dem Verlagswesen. Daher kann ich nur Vermutungen anstellen. ABER: Ich komme aus dem betriebswirtschaftlichen Segment. Daher kann ich mir die Antwort auf die Frage des (nahezu) fehlerfreien Manuskripts herleiten:

Je mehr Fehler im Manuskript sind, desto unattraktiver ist es aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Korrektorat und Lektorat führen nämlich Menschen durch. Arbeitskräfte also, die Personalkosten verursachen. Je mehr Fehler im Manuskript stecken, desto länger dauern Korrektorat und Lektorat. Und desto teurer wird es auch (wegen den Personalkosten) für den Verlag oder die Agentur. Beide Institutionen sind keine Sozialstationen. Sie machen ihre Arbeit nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie Umsatz und Gewinn erwirtschaften möchten. Ob ein Buch den „großen Erfolg“ verspricht ist oft schon reines Glaskugellesen. Wenn jetzt aber noch Aufwand und Kosten in der Herstellung massiv ansteigen, stehen die Chancen auf einen wirtschaftlichen Erfolg eher schlecht. Und wirtschaftliche Misserfolge können sich nur die wenigsten Unternehmen leisten.

Das heißt also, dass ein mit Fehlern gespicktes Manuskript für den Empfänger (aus Kostengründen) unattraktiv ist. Und genau deshalb – und wegen dem ersten (guten) Eindruck – sollte das Manuskript bei seiner Einreichung zumindest weitgehend fehlerfrei sein.

Wie jetzt? Warum ist denn die Formatierung wichtig?

Hier gibt es ein großes Schlagwort: Die Normseite. Gibt ein Verlag oder eine Agentur nicht an wie das Manuskript formatiert sein soll, kann man sich an der Faustregel der 1.800 Zeichen je (Norm-) Seite richten. Das sind 30 Zeilen zu je 60 Zeichen (inklusive Leerzeichen). ABER: Meist geben die Verlage und Agenturen auf ihren Websites ganz genau an, wie man das Manuskript einreichen soll. Also auch in Bezug auf Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand. Warum aber ist die Formatierung überhaupt relevant?

Die Formatierung (auf Normseiten) ist als Vergleichsgröße für denjenigen wichtig, dem die Manuskripte zur Prüfung vorliegen. Durch unterschiedliche Einstellungen im Textdokument können 140 Manuskriptseiten zum Beispiel auch (nur) 80 Normseiten oder (sogar) 190 Normseiten sein.

„Standard“ ist hier schon irgendwie uncool …

Ich weiß … Das Manuskript ist fertig und man brennt darauf, sein Werk bei Verlagen oder Agenturen vorzustellen. Wann immer ich mich mit anderen Autoren austausche höre ich auch raus, dass die wenigsten erst nur einem Verlag schreiben, sondern gleich mehrere kontaktieren. Oder zumindest direkt nach der erhaltenen Absage vom exklusiv angefragten Verlag die nächste Manuskripteinsendung rausjagen. Das ist an sich nicht verwerflich. Was aber ganz ungeschickt ist, sind vorbereitete Standard-Einsendungen.

Zum einen weil das Programm der Verlage, auf das man sich beim Manuskript einreichen auch gut und gerne im Anschreiben beziehen darf, ganz unterschiedlich ist. Zum anderen weil so eine Standard-Mail ziemlich plump – wenn nicht sogar unpassend – klingen kann. Unter uns: Ich würde mich ja auch nicht bei Porsche im Marketing mit dem gleichen Anschreiben bewerben, mit dem ich mich schon bei Daimler beworben habe. Warum? Weil sich mit ziemlich großer Sicherheit die Anforderungen an die Bewerber unterscheiden. Aber auch wegen den Unternehmensgrundsätzen und -werten, wegen denen ich mich möglicherweise genau dort bewerbe.

Noch ein Hinweis, weshalb „Standard“ beim Manuskript einreichen uncool ist: Die Anforderungen an Formatierung und Anlagen zur Manuskripteinsendung können ganz unterschiedlich ausfallen. Das fängt zum Beispiel schon bei der Schriftart an. Für einen guten (ersten) Eindruck sollte man also zumindest erst die Anforderungen checken, bevor man seinen „Standard“ in die Welt hinausjagt.

Der Vollständigkeit halber …

Wer sein Manuskript also einreichen möchte, hält bestimmte Formalitäten (auch die Anforderungen an die Anlagen) ein. Diese stehen in der Regel auch auf der Website von Verlag und Agentur. Zu den Anlagen gehören beim Manuskript einreichen in der Regel

  • ein Anschreiben (das unter anderem den Grund enthält, weshalb man sein Manuskript überhaupt „dort“ vorstellt und eine Angabe, um welches Genre es sich handelt),
  • ein Exposé (das alle Fakten auf zwei bis drei Seiten über das Manuskript und den Autor enthält),
  • eine Autorenvita (die meist Teil des Exposés ist) und
  • eine Leseprobe (deren Länge sich nach den geforderten Angaben vom Empfänger richtet).

Auch bei der Leseprobe sollte man übrigens dringend auf die Wünsche von Verlag und Agentur achten. Zwischen 10 und 50 Seiten habe ich schon fast alles gesehen. Die verschiedenen Formatierungswünsche zähle ich besser gar nicht erst auf.

Nach dem Manuskript einreichen kommt das Warten …

Das Manuskript einreichen kann ein langwieriger Prozess sein. Denn für eine Antwort, egal ob Zusage oder Absage, können teils mehrere Monate ins Land ziehen. Autoren müssen sich daher oft in Geduld üben. Aber wenn alle Formalitäten eingehalten sind, das Exposé überzeugt und sich die Leseprobe großartig liest, sollte sich ein Verlag oder eine Agentur für eine Zusammenarbeit finden …

 

Foto © Martina Brunow Fotografie

 

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