Normseite

Die Sache mit der Normseite

Beim Beitrag über die Normseite musste ich mich entscheiden, ob ich ihn in „Allerlei“ stecke oder zum „Diskussionsstoff von Autoren“ packe. Denn: Zur (Norm-) Seite gibt es immer wieder Fragen von Autoren. „Wie viele Seiten muss mein Manuskript haben, wenn ich es Verlagen anbiete?“ Diese Frage lief mir in den letzten Monaten häufiger über den Weg. Zur Normseite möchte ich mich aber gar nicht in die Diskussion begeben, sondern lege dazu einfach mal ein paar Fakten auf den Tisch …

Basics zur Normseite

Die Normseite gilt als einheitliche Regelung, um eine Textlänge durch Seitenzahlen zu definieren. Beispielsweise kann man sie als Basis zur Vergütung eines eingereichten Textes heranziehen. Aber auch Verlage und Agenten beziehen sich bei der Einsendung von Manuskripten, die der Autor vorstellen möchte, auf die Normseite.

Zeilen und Zeichen in der Normseite

Wer die Online-Suchmaschinen durchforstet, findet hauptsächlich drei unterschiedliche Definitionen, was die Zeichenanzahl in der Normseite betrifft:

  1. 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen umfasst (30 Zeilen zu je 60 Wörtern)
  2. 1.650 Zeichen inklusive Leerzeichen umfasst
  3. 1.500 Zeichen inklusive Leerzeichen umfasst

Als die Normseite „erfunden“ wurde, schrieben Autoren noch auf der Schreibmaschine. Darauf sind auch die weitläufig verbreiteten 1.800 Zeichen zurückzuführen. Da die Schreibmaschine mit fest eingestellten Zeilen- und Zeichenabständen arbeitete, waren die 1.800 Zeichen als einheitliche Größe gut heranzuziehen. Wie aber kommt es, dass man heute auf drei unterschiedliche Zeichenanzahlen stößt?

Dank technischem Fortschritt müssen wir heute nicht mehr auf die Schreibmaschine zurückgreifen. Änderungen oder Korrekturen im Text sind schnell gemacht. Und das, ohne alles nochmal mühsam abtippen zu müssen oder in Feinarbeit mit Tipp-Ex die Fehler zu übermalen und anschließend zu überschreiben. Allerdings sorgen die Textverarbeitungsprogramme auch dafür, dass jeder Nutzer ganz individuelle Seiteneinstellungen vornehmen kann. Jede Textdatei kann also unterschiedlich viele Zeichen umfassen. Eine einheitliche Norm lässt sich zwar definieren. Doch jeder kann davon abweichen. Im Verlagswesen ist es so, dass neben den gängigen 1.800 Zeichen heute auch (in der Regel) 1.650 Zeichen als Maßstab für die Normseite herangezogen werden. In selteneren Fällen sogar 1.500 Zeichen.

Eine Normseite in Word einrichten

Durch Hausarbeiten im Studium und meine Bachelor-Thesis wusste ich was es heißt, im Nachgang die Formatierung einer Word-Datei ändern zu müssen. Als ich mit meinem Manuskript zu Anessaiy (Band 1) begann, wollte ich daher unbedingt vorher die Formatierung festlegen, mit der ich arbeite. Ich orientierte mich dazu an den 1.800 Zeichen. Also an den 30 Zeilen zu je 60 Wörtern je Normseite. Bis ich meine Einstellungen endlich so hatte, dass ich einen Arbeitsstatus vorweisen konnte, gingen ein paar Stunden ins Land. Um anderen ein bisschen Fummel-Arbeit abzunehmen verrate ich an dieser Stelle Schritt für Schritt, wie ich vorgegangen bin – und wie man in Word eine Normseite einrichten kann.

Meine Seiteneinstellungen für die Normseite in Word

Die Seiteneinstellungen von meinem ersten Manuskriptentwurf hatte ich „damals“ über die Reiter „Start“ und „Seitenlayout“ in Word definiert.

  • Schriftart: Courier New (über den Reiter „Start“ – Rubrik „Schriftart“)
  • Schriftgröße: 12 pt (über den Reiter „Start“ – Rubrik „Schriftart“)
  • Zeilenabstand: 24 pt (über den Reiter „Start“ – Rubrik „Absatz“)
  • Seitenränder: Oben 2,19 cm | Unten 1,78 cm | Links 3,17 cm | Rechts 2,54 cm (über den Reiter „Seitenlayout“ – Rubrik „Seite einrichten“ – „Seitenränder“ – „benutzerdefinierte Seitenränder“)

Um nicht dauernd manuell nachzuzählen hatte ich mir zum „Check“ übrigens die Zeilennummern im Dokument anzeigen lassen. Mit wenigen Klicks ist das ganz schnell gemacht – und lässt sich genauso schnell wieder rückgängig machen: Reiter „Seitenlayout“ – Rubrik – „Zeilennummern“ – Haken setzen bei „Jede Seite neu beginnen“.

Bis „heute“ hat sich meine Normseite im Layout übrigens minimal geändert. Statt Courier New (wovon ich auch die Befürchtung habe, eines Tages Augenkrebs zu bekommen) nutze ich inzwischen die Schriftart Verdana.

Tipp: Orientierung an den Anforderungen von Verlag oder Agentur

Wer sein fertiges Manuskript Verlagen oder Agenturen anbieten möchte, sollte in jedem Fall eine Blick auf die jeweiligen Anforderungen werfen. Denn oft findet man nicht nur die Anforderungen an das Exposé. Auch die Wünsche an die Formatierung des Manuskripts sind häufig auf den Webseiten hinterlegt. Und diese können abhängig vom „Empfänger“ ganz unterschiedlich sein!

Sind keine konkreten Angaben auf den Webseiten hinterlegt, kann man sich gut und gerne an den 1.800 Zeichen der Normseite orientieren. Wer seine Normseite nicht selbst einrichten möchte findet übrigens zahlreiche Vorlagen zum kostenlosen Download im Internet. Im literaturcafe.de gibt es beispielsweise Mustervorlagen zur Normseite zum kostenlosen Download für die Textverarbeitungsprogramme Microsoft Word, Apple Pages und OpenOffice Writer beziehungsweise LibreOffice Writer.

Foto © Martina Brunow Fotografie

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