Definition Krimi

Beim Krimi ist der Leser auch der Ermittler!

Mit dem Krimi geht ein neuer Beitrag zu meiner „Wissensdatenbank Literatur“ online. Diesmal steht der Rätselspaß für den Leser im Vordergrund. Er soll gemeinsam mit dem Ermittler einen Fall lösen. Das ist aber nicht alles, was den Krimi ausmacht. Vor allem sind es seine Subgenres, die trotz gleichem „Kern“ für ganz individuelles Lesevergnügen sorgen.

Wie ist die Definition zum Krimi?

Was den Kern vom Krimi ausmacht ist in der Regel ein Verbrechen, das es aufzuklären gilt. Protagonist ist also hier also ein Ermittler. Dieser muss aber nicht unbedingt Polizist oder Detektiv sein, sondern kann auch eine „normale Privat-“ Person sein. Im Verlauf der Geschichte bekommen Protagonist und Leser immer mehr Infos und Hinweise zu dem verübten Verbrechen. Dadurch fühlt sich der Leser in den Fall hineingezogen. Gemeinsam mit dem Protagonisten versucht der Leser nun also, den Fall zu lösen.

Damit kommen wir auch direkt zu der Unterscheidung von Krimi und Thriller: Während beim Krimi also die Lösung des Falls – und damit „Detektivarbeit“ – den Kern bildet, geht es im Thriller um die konstante Spannung. Was genau den Thriller alles ausmacht und welche Subgenres es dort, gibt es ⇒ über diesen Link nachzulesen.

Die Subgenres im Krimi stellen sich vor

Egal um welches Subgenre es sich beim Krimi handelt, haben alle natürlich den gleichen Kern. Die Aufklärung eines Verbrechens. Aber je nach Subgenre unterscheiden sich die Krimis in ihrer Aufmachung doch recht stark voneinander. Um das zu veranschaulichen, habe ich fünf Krimi-Subgenres herausgesucht und kurz und knapp zusammengefasst:

  1. Die Whodunit ist der aus England stammende klassische Kriminalroman. Sie zeichnet sich durch die typische Eigenschaft aus, den Leser gemeinsam mit dem Protagonisten das Rätsel um das Verbrechen zu lösen zu lassen. In der Whodunit geht es also konkret um die Frage „Wer hat das Verbrechen wie begangen und warum?“ In der Regel gibt es dabei aber keine Brutalität in Sprache und Szenen.
  2. Der Hardboiled Krimi ist die amerikanische Antwort auf die Whodunit. Hier sind aber die „hardboiled detectives“ mit derber Sprache und zynischer Weltanschauung vertreten. Die „harten Detektive“ nehmen in der Regel auch nur wenig bis keine Rücksicht auf gesetzliche Regelungen, gehen mit der Polizei gerne in den offenen Konflikt und haben keine Scheu, von ihrer Waffe Gebrauch zu machen.
  3. Der Regionalkrimi spielt an einem realen Schauplatz. Das kann zum Beispiel eine Stadt, ein Dorf oder eine Region sein. Aber nicht jeder Krimi, in dem eine bestimmte Region vorkommt, ist auch automatisch ein Regionalkrimi. Wichtig ist, dass die fokussierte Region vorgestellt und detailliert beschrieben ist. Wie detailreich entscheidet allerdings der Autor. Abhängig von der Tiefe historischer Hintergründe oder dem Detaillierungsgrad kann man den Regionalkrimi außerdem auch als Heimatliteratur ansehen.
  4. Der Polizeiroman ist eng mit der Whodunit verwandt. Die Hauptfigur kennzeichnet sich beim allerdings dadurch, dass sie „nur“ der Polizei angehört.
  5. Beim Agenten- und Spionageroman gibt es keine Unterscheidung zwischen den Begriffen „Agent“ und „Spionage“. Sie sind in der Literatur eher Synonyme. Im Spionageroman sind neben Agenten oft auch Doppelagenten, Maulwürfe und Verräter anzutreffen.

Aus der Praxis: Der Krimi am Beispiel von Sherlock Holmes

Ein klassisches Beispiel für einen Kriminalroman ist die Figur Sherlock Holmes (von Sir Arthur Conan Doyle). Die Hauptfigur Sherlock Holmes nimmt als Detektiv die Rolle des Ermittlers wahr. Der Erfolg der Geschichten um Sherlock Holmes spricht für sich: Mit vier Romanen und 56 Kurzgeschichten löste der Detektiv während seiner Karriere als fiktive Romanfigur etliche Fälle.

Der Krimi im Überblick

Der Kriminalroman kennzeichnet sich durch ganz konkrete Eigenschaften, die den Leserin den Fall und das Verbrechen involvieren:

  • Der Leser rätselt gemeinsam mit dem Ermittler.
  • Beim Ermittler handelt es sich um die Polizei, einen Detektiv oder eine Privatperson.
  • In der Regel handelt es sich um die Klärung der Frage „Wer hat das Verbrechen wie begangen und warum?“ (siehe Subgenre Whodunit).
  • Die Subgenres enthalten die gleichen Charaktereigenschaften wie der Krimi selbst. Durch einzelne Details unterscheiden sie sich jedoch voneinander und verleihen dem Krimi dadurch seinen einzigartigen Charakter.

Beim Krimi wird der Leser zum Ermittler!

Der Kriminalroman hebt sich von anderen Genres dadurch ab, dass der Leser aktiv bei der Lösung des Falls und des Verbrechens beteiligt ist. Die Frage „Wer hat das Verbrechen wie begangen und warum?“ lässt den Leser mit dem Ermittler mitfiebern. Der Rätselspaß versteckt sich im Detail, den der Autor des Romans zu erzeugen versucht.

 

Foto: pixabay.com © Pexels (CC0 Creative Commons)

 

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