Interview zum Autoren Adventskalender mit Rega Kerner

Eigentlich war Rega Kerner „nur“ eine teilnehmende Autorin beim Autoren-Adventskalender 2017. Wir schrieben uns über Facebook, tauschten uns über die geplante technische Umsetzung aus (die manuell laufen sollte). Und ehe sich Rega, die über sehr gutes technisches Wissen verfügt, versah, war sie Teil des Projektteams und gestaltete den Webauftritt vom Autoren-Adventskalender. Im Interview stellt sie ihre Sicht auf den Projektablauf dar – und erzählt von ihrem aktuellen Projekt.

Die Autorin Rega Kerner

Rega Kerner

Katja: Bevor wir ins Interview gehen, stell dich doch bitte kurz vor … Ein paar „harte Fakten“: Wo kommst du her? Wie bist du zum Schreiben gekommen? Worüber schreibst du?

Rega: Fakten halte ich für flexibel, wo ich herkomme, ist eine Frage des aktuellen Standpunktes. Ursprünglich wohl aus dem Bauch meiner Mutter. Gebürtig aus Bremen. Als Binnenschifferin sowie im Geiste aus Europa. Viele Jahre kam ich alle ein bis zwei Wochen aus Holland. Vorherige Meldeadresse und nur widerwillig verlassene Wahlheimat war Köln. Wenn ich jetzt irgendwo hinfahre, lautet die Antwort erneut: „Ich komme aus Bremen.“

Das Schreiben kam in der Schule zu mir und ging nie wieder weg. Es begann wohl mit umgedichteten Poesiealbumsprüchen, literarischen Abenden als Jugendliche, über die Jahrzehnte verlagerte es sich auf Zulieferung für andere Medien, wie zum Beispiel Drehbücher und Konzepte. Jetzt ist es in Buchform wieder dort, wo ich es immer haben wollte.
Mein Kernthema als Autorin sind Frauen mit Schiffen, beides genetisch bedingt und vom Lebenslauf geformt. Klingt speziell, ist aber das Gegenteil davon. Denn in diesem ‚extremen‘ Spannungsfeld von Natur und Technik, Logik und Gefühl entsteht eine breite Sicht auf das große Leben und die kleinen Menschlichkeiten. Quer durch verschiedene Genres und vor allem mit Humor.

Rega Kerner und der Autoren Adventskalender 2017

Katja: Wie bist du in das Projektteam vom Autoren Adventskalender geschlittert?

Rega: Dein Ansatz als Gemeinschaftsprojekt mit individueller Beteiligung, im Unterschied zu all den ‚vorbestimmten‘ Aktionen, überzeugte mich vom ersten Moment an. Naja, für einen kleinen Beitrag nebenbei, dachte ich. In der fb-Arbeitsgruppe stellte sich heraus, dass die technische Umsetzung noch gar nicht klar war. Aus purer Neugierde suchte ich online, ob es fertig programmierte Lösungen gibt. All die früheren „Freeware-Portale“ waren verschwunden, kein Wunder, wenn man rund zehn Jahre aus dem Multimedia-Beruf raus ist. Aber ich fand ein freies php-Script, ach nee, in diese „neumodischen“ Programmiersprachen wollte ich mich gar nicht mehr reinknien, trotzdem warf ich einen Blick in den Quelltext – und verstand jedes Wort. Hey, das ist ja das Gleiche in grün, wenn man es hier und da, so und so ändert… schon begann ich die Funktionen zu testen.

Katja: Was dachtest du, als du plötzlich ‚mittendrin statt nur dabei‘ warst?

Rega: In irgendeiner Nacht am Rechner dachte ich spontan: „Hätte mich jemand am ersten Tag gewarnt, wieviel Zeit ich da reinstecken würde, hätte ich sofort panisch auf den Button ‚Gruppe verlassen‘ geklickt.“ 😉 Als diese Einsicht dämmerte, war es schon zu spät; mein alter Ehrgeiz hatte mich gepackt, das Script war voll unter Kontrolle sowie halb umgeschrieben, die Erfahrungen aus unzähligen freien Projekten mischten sich ins Zeitmanagement ein, unsere E-Mails flogen hin- und her… Außerdem erinnerte ich mich, dass es von Jugend an zu meinen größten Stärken zählte, die Projekte anderer Kreativer mit voller Energie voranzutreiben. Während meine eigenen gerne etwas dümpeln. Aber dieser Adventskalender ist wie eine Schnittstelle dafür. Er vereint den Einsatz für eine ganze Gruppe von Menschen mit meinen alten, sowie meinem neuen Beruf: Das kann nur gut werden!

Katja: Was erwartest du vom Autoren Adventskalender 2017? Hast du bestimmte Wünsche und Anforderungen an ihn?

Rega: Ich erwarte ganz vorne, dass technisch alles fluppt. (Hast du das gehört, Kalender?) Und dass kein Autor mir einen fehlerhaften Link genannt hat. (Habt ihr das gelesen, Autoren?) Nee Quatsch, das ist nun alles so oft vorwärts und rückwärts abgecheckt, das funktioniert. Punkt. Also: Meine Anforderung (an mich selbst) ist eine professionelle Plattform anzubieten. Mein Wunsch wäre, nach Weihnachten tonnenweise glückliche Leseremails in denen z.B. steht: „Ich habe bei euch meine*n Lieblingsautor*in entdeckt.“ Also Win-Win für alle. Das gilt übrigens für den Kalender ebenso wie für Kind, Kegel und sonstige Berufe, ‚Muttitasking‘ halt.

Katja: Ein Blick in die Zukunft … Was würdest du dir wünschen, wie es für den Autoren Adventskalender nach Weihnachten 2017 weitergeht?

Rega: Da die Basis nun steht, wünsche ich mir, dass dieser literarische Adventskalender noch unzählige Weihnachten unsere Leser erfreut, dabei bleibende Rückblicke liefert und vielen weiteren Autoren die Möglichkeit gibt, ihre bunten Gedanken festlich zu präsentieren. Es schweben bereits jede Menge Erfahrungsauswertungen sowie Pläne für die nächsten Jahre im Raum und ich habe die Angewohnheit, meine Wünsche zu leben 😉

Katja: Da du an der technischen Umsetzung vom Autoren Adventskalender aktiv beteiligt bist, kennst du ja schon die Inhalte und was genau sich hinter den Türchen verbirgt. Ohne zu viel zu verraten: Kannst du in einem Satz schildern, was die Leserinnen und Leser erwartet?

Rega: Die Beitragsformen und Inhalte sind so unterschiedlich wie die teilnehmenden Autoren, da ist für jeden sowohl freudig Erwartetes als auch überraschend Neues dabei. 🙂
Anbei, ich weiß zwar, wer mit welchen Inhalten dabei ist, aber bis ins allerletzte Detail kenne ich die Beiträge auch noch nicht. Denn die endgültige Ausgestaltung liegt bei den einzelnen Autoren, das ist ja das Besondere am Gemeinschaftsprojekt und macht es für mich auch noch mal spannend.

Schwein Ahoi!

Katja: Nun bist du ja nicht (mehr) Webdesignerin, sondern Autorin. Anfangs hast du schon erzählt, was du schreibst. Möchtest du deinen aktuellen Roman hier noch im Detail vorstellen?

Rega: Allzeit gerne 😉 Aber hier eher als Überblick: „Schiffschwein Spekje“ ist ein Genremix von Frauen- Schifffahrts- und Tiergeschichte mit ironischem Humor. In diesem Sinne wie unser Adventskalender: Für jeden etwas dabei 😉 Hundeliebhaber sowie Menschenfreunde kommen übrigens ebenso voll auf ihre Kosten wie Kapitäne oder eingefleischte Landratten. Und ja, das ist autobiographisch, ich habe tatsächlich ein Schwein auf einem Schiff großgezogen. Und nein, ich konnte das Genre nicht enger begrenzen, weil sich das Leben nun einmal nicht an Schubladen hält. Bisher hat sich auch kein*e Leser*in darüber beschwert; Frauen finden sich sowieso darin wieder, aber ich wusste bis zu den ersten Lesungen nicht, dass Männer derart albern kichern können 😉 Für Details und Leseprobe verweise ich lieber nach: www.schiffschwein.de

Katja: Vielen Dank, dass du dir für die Beantwortung meiner Fragen Zeit genommen hast. Nun möchte ich dich aber gar nicht länger aufhalten … Schließlich muss ja der Adventskalender fertig werden – und an deinem Buchprojekt musst du sicher auch weiter arbeiten!

Rega: Jo.
(Norddeutsches Gesprächsende. Katja sieht mich erwartungsvoll an und tippelt mit den Fingern auf den Tisch. Ich wechsle also den Standpunkt meiner Herkunft und vermute sofort, ich soll mich wie eine Kölnerin verhalten. Also noch etwas sagen. Na gut.)
Muss ich immer das letzte Wort kriegen? 😉 Also denn, frohes Klicken durch die Adventszeit!

➨ Schon bald öffnet sich das erste Türchen im Autoren-Adventskalender 2017. Vom 01.12.2017 bis 24.12.2017 präsentiert sich täglich ein neues individuell bestücktes Türchen der teilnehmenden Autorinnen und Autoren. Vorbeischauen lohnt sich!

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